321. Mensch[en]L[ehre].
Der Mensch soll ein vollkommnes und Totales Selbstwerckzeug seyn.
322. Magie.
Der physische Magus weiß die Natur zu beleben, und willkührlich, wie seinen Leib, zu behandeln.
323. Poétik.
Die Poësie im strengern Sinn scheint fast die Mittelkunst zwischen den bildenden und tönenden
Künsten zu seyn. Musik. Poësie. DescriptivPoësie.) Sollte der Tact der Figur – und der Ton der Farbe
entsprechen? rythmische und melodische Musik – Skulptur und Mahlerey.
Elemente der Poësie.
324. Philol[ogie].
Beyspiele sind eine Art von Citaten. Man muß jeden theoretischen Satz in einer theoretischen Erzählung
(allg[emeines] Raisonnement) oder Beschr[eibung] – mit einem Beyspiele zu belegen wissen. Alle allg[emeinen]
Raisonnements müßen durchgängige Beziehung auf wirkliche Facta haben.
abstractes allg[emeines] Raisonnement. (Allg[meine] Geschichte.)
concretes oder verstecktes allg[emeines] Raisonnement.
Beydes zugleich.
Bes[onders] ist diese Ausdrückliche Belegung jedes allg[emeinen] Erzählungssatzes mit
individuellen Beyspielen zum Vortrag und Unterricht nöthig.
325. Psych[ologie].
reine Theorie der Ideen Entstehung – angewandte. Gesetze d[er]
Ideenassociation –
Ideenpolitik – Contrat social.
326. Pol[itik].
Der Mensch hat den Staat zum Polster der Trägheit zu machen gesucht – und doch soll der Staat
gerade das Gegentheil seyn – Er ist eine Armatur der gesammten Thätigkeit – Sein Zweck ist den
Menschen abs[olut] mächtig – und nicht abs[olut] schwach – nicht zum trägsten – sondern
zum thätigsten Wesen zu machen. Der Staat überhebt den Menschen keiner Mühe, sondern er vermehrt
seine Mühseligkeiten vielmehr ins Unendliche – Freylich nicht ohne seine Kraft ins Unendliche zu
vermehren. Der Weg zur Ruhe geht nur durch den
Tempel (das Gebiet) der allumfassenden Thätigkeit.
[327.] Psych[ologische] Zukunftsl[ehre].
Gedächtniß, Verstand, und Einbildungskraft sollen sich künftig nicht mehr einander nöthig haben –
sie sollen aus Elementen unsers Geistes – Bestandtheile, Glieder, selbstständige Geister gleichsam werden.
Gedächtniß ist directer (pos[itiver]) Sinn – Verstand – indirecter (neg[ativer]) Sinn.
Die Einb[ildungs]Kr[aft] ist das würckende Princip – Sie h[eißt] Fantasie indem sie auf das Gedächtniß
wirckt – und Denkkraft indem sie auf den Verstand wirckt. Die Einb[ildungs]Kr[aft] soll (äußrer)
directer und (innrer) indirecter Sinn zugleich werden. Der indirecte Sinn soll directer Sinn und
selbstwirckend – lebendig, und d[er] directe Sinn, indirecter Sinn und selbstwirckend zugl[eich] werden.
Diese 3 Verwandlungen werden und müssen zugleich – in demselben Momente geschehn. (Direct, indirecte, und
substantielle Welt sollen harmonisch werden.) (Harmonie v[on] Poësie, Phil[osophie], und Gelehrsamkeit.)
328. Enc[yclopaedistik].
Das historische Wissen (Ged[ächtniß]) ist polarisch dem verständigen Wissen (Phil[osophie])
entgegengesezt. Dort lernt man – hier verlernt man – hier weiß man unmittelbar –
dort hört man auf unmittelbar zu wissen. Weil man mit Lernen anfängt, so entsteht nothwendig eine
Verstandesschwäche und ein Übergewicht d[er] Fantasie. Diese soll auf der Academie wieder geheilt –
und die Denkkraft geübt und gestärkt werden. Auf umgek[ehrtem] Wege würde eine Ged[ächtniß]Schwäche, und
ein Übergewicht d[er] Denkkr[aft] üb[er] d[ie] Fantasie entstehn.
[329.] Phys[ik].
Wie es den Alten bey uns gegangen ist, so geht es der Natur – Über der Sylbenkrämerey
wird das Beste vergessen und übersehn.
330. Mus[ik].
Sollte die Musik der Alten mehr rythmisch gewesen – die Unsre mehr melodisch seyn
(S. 57-59)
[Nr. 311-320]
|
[Nr. 331-340]
|
|